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Gymnasium Munster - Aktuelles-Leser
Iphigenies Hochzeit - eine eigene Inszenierung des Deutschkurses
Iphigenies Hochzeit - eine eigene Inszenierung des Deutschkurses

 


Zwischen Neigung und Pflicht

Pünktlich im neuen Jahr, am 07.01.2020 wurden im Schauspielhaus Hannover zahlreiche Zuschauer auf eine fesselnde Reise mitgenommen, die Fluch und Segen zugleich behandelt. Dabei durchläuft die vom verfluchten Tantalusgeschlecht abstammende Iphigenie eine beeindruckende Wandlung.

Die junge Iphigenie in dem Drama Iphigenie in Aulis von Euripides ist ein junges naives Mädchen, welches jahrelang in den patriarchalen Strukturen ihrer Familie verharrt und somit stets auf der Suche nach Harmonie ist. Nahezu ausnahmslos versucht sie die Wünsche ihrer Familie zu erfüllen und wird dadurch dem damaligen Frauenbild gerecht. Das leichte Elfenkleid unterstützt die Charaktereigenschaften Iphigenies fabelhaft und sorgt für ein unfassbares Mitgefühl im Publikum bei der Verkündigung ihres Schicksals.

Iphigenies Vater, der große Feldherr Agamemnon verstrickte sich in einen bitteren Konflikt mit der Göttin Diana, wodurch diese dem griechischen Heer den Wind verweigert. Nun soll seine älteste Tochter Iphigenie geopfert werden und das ist vor allem für die Mutter Klytämnestra, gespielt von Miriam Maortens, eine Tragödie. Mit ihrer hervorragenden schauspielerischen Leistung verschafft sie dem Publikum eine Gänsehaut, die zeitgleich durch die ausdrucksstarke musikalische Untermalung die dramatische Stimmung verstärkt. Zwischen jedem Auftritt ertönt ein dröhnendes, fast beängstigendes Geräusch, welches vor allem in dieser Szene zu der spannungsgeladenen und mitreißenden Stimmung passt. Zudem erstrahlt nach jedem Auftritt ein grelles, blendendes weißes Licht, das sich ebenfalls in die von Spannung geprägte Atmosphäre einfügt.

Das schlichte grüne Wohnzimmer im 70er Jahre Stil hingegen entspricht nicht den Vorstellungen, die man an die griechische Mythologie stellt. Hinzukommen die spießigen Kostüme, die zu einem endgültigen Kontrast zum ursprünglichen Drama führen. Dieser provokante und eher unpassende Stilbruch macht den Zuschauer skeptisch, aber ebenfalls neugierig.

Im zweiten Teil des Stückes befindet sich Iphigenie nun auf Tauris, da sie von der Göttin Diana vor dem Tod gerettet wurde. Die Inszenierung von Anne Lenk soll die beiden Stücke Iphigenie in Aulis und Iphigenie auf Tauris von Goethe und Euripides vereinen, was ihr jedoch nicht ganz geglückt ist. Eher wirkt es so, als schaue man sich zwei verschiedene Stücke an, die zufällig die gleiche Hauptrolle haben. Verstärkt wird dieser Gedanke noch mit dem Wechsel der Schauspielerin von Iphigenie.

Im ersten Teil wurde diese von Seyneb Salen gespielt, nun übernimmt Sabine Orléans die Rolle. Dadurch wird gleichzeitig deutlich, dass Iphigenie älter geworden sein muss. Zwar war dies auch die Absicht des Rollentausches, jedoch erfährt man in einem Interview mit Orléans in der neuen Presse, dass die Rolle der Iphigenie gewechselt wurde, um eine Form des Erwachsenwerdens zu verkörpern. Also kann man kritisieren, dass dieser langwierige Prozess eigentlich gar nicht wirklich deutlich wird, denn nach dem ersten Teil wurde der Zuschauer direkt mit einer neuen Iphigenie überrascht.

Die zweite Iphigenie erscheint dem Zuschauer um einiges Selbstbewusster, sie sieht sich selbst nicht mehr in ihrer als Frau zugeschriebenen Rolle und rebelliert gegen diese Sichtweise.

So passt es ihr beispielsweise nicht, dass Thoas ihr einen Antrag macht, denn insgeheim wünscht sich die von Heimweh geplagte Iphigenie die Rückkehr zu ihrer Familie. Lautstark verdeutlicht sie ihren Frust und schmeißt wütend die Matratzen aus ihrem Puppenhaus. Dabei kommt die Analyse der Iphigenie in Goethes Drama allerdings ein bisschen zu kurz.

In Goethes Tragödie ist Iphigenie ein ruhiges, wortgewandtes und pflichtbewusstes Mädchen, das es nicht nötig hat, seine Wünsche lauthals zu verkünden. Schließlich hat sie ein Gefühl für die passenden Wörter im richtigen Augenblick.

In der Darbietung im Schauspielhaus Hannover sind davon leider keine Spuren mehr zu erkennen.

Zeitgleich wird auch Thoas, besetzt von Torben Kessler ins Lächerliche gezogen, denn er wirkt nicht gerade wie ein mächtiger König und Iphigenies Wandlung wäre eigentlich nicht mehr notwendig gewesen, denn sie stand von Anfang an mit ihrer Macht über Thoas.

Letztendlich provoziert dieser Gegensatz zum ursprünglichen Text aber erneut die Zuschauer und somit wird erfolgreich die Neugier auf das restliche Stück geweckt, womit Anne Lenk eine gute Inszenierung der beiden Stücke geschaffen hat, die an einigen Stellen jedoch noch ausbaufähig sind.

(Janna Schöbel & Nele Storbeck)

 

 

«Bonheur éphémère» statt Theatererlebnis

In der klassischen Tragödie „Iphigenie von Tauris“ schildert Johann Wolfgang von Goethe den Lebensabschnitt einer starken jungen Frau auf Tauris, die sich trotz Unterdrückung des mächtigen Königs mit Vernunft und richtiger Argumentation beweisen kann. Neben Goethes Iphigenie konnte auch die Vorgeschichte des Euripides auf der Theaterbühne versuchen die Zuschauer zu überzeugen.

Im ersten Teil stehen Familiendramen sowie der Tantalidenfluch im Mittelpunkt. Der Haussegen der süßen rothaarigen Familie hängt schief, da sich Agamemnons euphorische Tochter Iphigenie für den Sieg des griechischen Heers opfern lassen soll. Doch durch die Abhängigkeit gegenüber der Vaterfigur verkörpert Iphigenie wenig Autonomie. Autonomie und humane Denkweise? Die für die klassische Epoche so wichtigen Attribute wurden einfach fallen gelassen, jedoch durch unlustigen Witz gefüllt.

Die ersten eineinhalb Stunden wurden durch gute Schauspielkunst begleitet, doch welches Stück wird gerade gespielt? Während der Vater über den Trojakrieg und dessen Folgen grübelt, nehmen seine Kinder vor dem Fernseher, in einem minimalistisch grünen Alptraum platz. Bei der 70er Jahre Kulisse vergaß Anna Lenk doch glatt, dass Goethe sich von der griechischen Antike hat inspirieren lassen. Zudem fehlte die Spannung in der Handlung, somit auch die Aufmerksamkeit des Publikums, sodass sich viele Besucher nach einer Pause der langatmigen Vorgeschichte sehnten.

Im zweiten Teil wurden die Besucher durch den ausdrucksstarken und emotionalen Monolog in düsterer, stürmischer Atmosphäre aufgeweckt, bemerkten jedoch erst spät, dass es sich hierbei um die naive Protagonistin Iphigenie handelte. Nachdem man schließlich den Rollentausch realisierte, beeindruckte die Inszenierung einer „erwachsenden“ Iphigenie, die selbstbewusster, reifer und standhaft wirkte. Leider gelang Lenk nicht jede Umsetzung des Stückes: Provisorisch zusammengeflickte Kostüme und die Fehlinterpretation des Königs ernüchterten die Literaturliebhaber. Der machtvolle, sture und bestimmende Thoas wurde auf degradierende Weise närrisch und dumm dargestellt, wodurch die Wandlung des Charakters durch Iphigenies Hand nicht deutlich wurde. Dank der fehlenden Rolle des Dieners, der Iphigenie an Thoas Stelle umwarb, kreierte Anna Lenk erfolgreich einen unterworfenen und machtlosen König.

Was hingegen anerkannt werden muss, ist die Umsetzung des letzten Aktes, in welchem die Machtverhältnisse von Iphigenie und Thoas, die bis Dato einfach ignoriert worden waren, stark dargestellt wurden. Der Franzose würde hierbei vom „bonheur éphémère“ sprechen, was soviel wie „kurzlebiges Glück“ bedeutet. Denn so als ob ein wichtiger Termin anstehe, wurde der letzte Akt auf derartige Weise reduziert, sodass er schlichtweg zu kurz war. Die falschen Abstriche zu ziehen ist wohl ein Phänomen in allen Bereichen. So fühlten sich manche Szenen endlos lang an und andere wiederum konnte der aufmerksame Zuschauer in ihrer Kürze nicht genießen.

Im Ganzen lässt sich sagen, dass die Inszenierung durch die Modernisierung und die Interpretation des bedeutsamsten Aspektes - nämlich den Humanismus – stark gelitten hat. Die schlechten Witze untermauerten eine krampfhafte Lockerung des klassischen Dramas. Auch wenn die schauspielerische Leistung durchaus zufrieden stellte, bleibt am Ende die Frage, ob das Theaterstück Iphigenie auf Tauris von Johann Wolfgang von Goethe wohl nur eine Vorlage gewesen war.

 (Janika Töllner & Luise Jacobi)

 

 

Suizidales Mädchen opfert Beziehung für manisch-depressiven Bruder

Und wieder ein Theaterstück bei dem man mit der Zeit sehnsüchtig auf die Uhr blickt. Das unter der Direktion von Anne Lenk dargestellte Stück „Iphigenie in Aulis“, ursprünglich verfasst von Euripides, zeichnete sich durch die Vermischung der Zeitalter des 12. Jahrhunderts v. Chr. und der spießigen 70er vor 50 Jahren aus.

Agamemnon (Philippe Goos) tauschte, wie wir heutzutage zu kleine Kleidung bei H&M eintauschen, das Leben seiner Tochter Iphigenie (Seyneb Saleh) gegen Windenergie für sein Schiff ein. Währenddessen schauten die Kinder apathisch auf dem Röhrenfernseher Spongebob und aßen mit einem lebendigen Kuscheltier Flips. Schauplatz war ein, in bieder petrolgrün getunktes, kahles Wohnzimmer. Der Seventies-Look stand zwar dem Sprachstil der Antike gegenüber, gab dem Stück aber einen frischen Touch.

Nach der Pause wurde man von lautem Geschrei der Maxi-Iphigenie (Sabine Orléans) und tobendem Wind begrüßt. Insgesamt ein Funke Hoffnung auf weiter qualitativ hochwertige Darstellung des Goethe Klassikers „Iphigenie auf Tauris“, welcher durch die unendlich lange Pantomime von Thoas (Thorben Kessler), der eher närrisch, als königlich wirkte, zugrunde gemacht wurde.

Nach der Pause wurde somit aus dem Theaterstück, bei dem die schauspielerische Leistung gelobt werden konnte, ein solches, welches langatmig dahinplätscherte und eine Sehnsucht nach einem baldigen Höhepunkt oder sogar dem Ende des insgesamt dreistündigen Stückes hervorruft. Es fühlte sich doch fast so an, als würde man zwei ganz unterschiedliche Theaterstücke sehen. Es fehlte an Überschneidungen mit Goethes Originalgeschichte, da sich eher vermehrt auf die Auflockerung der Geschichte konzentriert wurde. Außerdem sollte man sich voll und ganz der Geschichte hingeben können, denn mit der Erwartung, die Originalgeschichte gespielt zu sehen, würde man nicht glücklich.

Die Idee, die Hauptcharaktere des ersten Teils in ein Triptychon zu setzen, mit abgeschlagenen Köpfen auf dem Schoß oder sofort als Leiche, erscheint doch wesentlich kreativer als gedacht. Dieses Gruselkabinett schuf der König für die Liebe seines Lebens, welches sie jedoch ablehnte um ihren manisch-depressiven Bruder Orest (Sebastian Jakob Doppelbauer) zu retten, welchen sie scheinbar am selbigen Tag erst kennenlernte.

Zum Ende verschwanden Iphi und der aggressive Rotschopf, um wieder in Aulis zu leben. Thoas lässt sie, obwohl er sie zuvor so unendlich angehimmelt hat, erstaunlich schnell gehen und verschwindet dann selbst. Niemand wusste so ganz ob dies das langersehnte Ende ist oder doch erneut nur ein Witz des Narren.

(Stine Göring & Lea Schumann)

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